Inflation und dein Vermögen – warum die Zahl auf dem Kontoauszug lügt
Dein Kontostand steigt, aber fühlst du dich deswegen automatisch reicher? Nicht unbedingt – und das liegt an einer einfachen, aber oft ignorierten Wahrheit: Eine Zahl auf dem Papier und tatsächliche Kaufkraft sind zwei verschiedene Dinge. Nominal vs. real – der Unterschied, der zählt Nominal ist der Betrag, der tatsächlich auf deinem Konto steht. Real ist…
Dein Kontostand steigt, aber fühlst du dich deswegen automatisch reicher? Nicht unbedingt – und das liegt an einer einfachen, aber oft ignorierten Wahrheit: Eine Zahl auf dem Papier und tatsächliche Kaufkraft sind zwei verschiedene Dinge.
Nominal vs. real – der Unterschied, der zählt
Nominal ist der Betrag, der tatsächlich auf deinem Konto steht. Real ist das, was du dir davon tatsächlich kaufen kannst, gemessen an der Kaufkraft von heute. Bei 2,5 % Inflation pro Jahr – ein realistischer langfristiger Durchschnitt im Euroraum – verliert eine unveränderte Geldsumme in zehn Jahren rund ein Fünftel ihrer Kaufkraft, in zwanzig Jahren fast 40 %.
Ein konkretes Beispiel
10.000 € heute sind in 20 Jahren bei 2,5 % Inflation nur noch rund 6.100 € wert – gemessen an dem, was du dir dafür kaufen kannst. Bleibt das Geld unverzinst auf einem Konto liegen, ist der nominale Betrag zwar noch 10.000 €, aber die reale Kaufkraft ist deutlich geschrumpft. Das ist der eigentliche Grund, warum “Geld einfach liegen lassen” langfristig eine Entscheidung mit realen Kosten ist, auch wenn sich nominal nichts ändert.
Warum das bei Sparplänen besonders leicht übersehen wird
Die meisten Sparplan-Rechner zeigen dir das nominale Endkapital – eine große, beeindruckende Zahl. Was sie meist nicht zeigen: wie viel davon nach Steuer und Inflation real übrig bleibt. Ein ETF-Sparplan, der nominal auf 100.000 € wächst, kann real – nach Abzug von Steuer auf die Kursgewinne und Inflation über die Laufzeit – deutlich weniger Kaufkraft bedeuten, teilweise 30 % oder mehr weniger als die nominale Zahl suggeriert.
Das gilt auch für dein Gehalt
Derselbe Effekt betrifft nicht nur Ersparnisse. Eine Gehaltserhöhung von 2 % bei 3 % Inflation ist real eine Kürzung, auch wenn die Zahl am Gehaltszettel steigt. Wer seine finanzielle Situation ehrlich einschätzen will, sollte Veränderungen immer gegen die Inflation gegenrechnen, nicht nur gegen die Zahl vom Vorjahr.
Was du konkret tun kannst
Der einzige verlässliche Weg, Kaufkraft langfristig zu erhalten oder zu steigern, ist eine Rendite, die über der Inflation liegt – historisch haben das breit gestreute Aktien-ETFs im Schnitt geleistet, mit entsprechenden Schwankungen unterwegs. Mit unserem Sparplan-Rechner siehst du direkt beide Zahlen nebeneinander: das nominale Endkapital und das, was davon real bleibt – inklusive einer Entnahmephase, bei der du wählen kannst, ob deine Entnahme jährlich an die Inflation angepasst wird, damit deine Kaufkraft auch im Ruhestand konstant bleibt.
Keine Anlageberatung. Die angenommene Inflationsrate ist ein Durchschnittswert – die tatsächliche Entwicklung kann davon abweichen.